Der innere Kampf

Wir sind viele jede/r von uns

In jedem von uns herrscht ein kontinuierlicher Kampf. Manche Stimmen zerren in eine Richtung, andere versuchen dich in eine andere Richtung zu reißen. Gegensätzliche Stimmen, die sich innerlich bekämpfen, hindern uns daran eine Entscheidung zu treffen. Wir sind gespalten. Im Spiegel zeigt sich ein Bild eines unintegrierten Teils, das wir am liebsten nicht sehen wollen. Es scheint hässlich und unangenehm. Die energiegeladene Wut explodiert und zeigt sich in äußeren Konflikten. Jeder der Stimmen versucht uns zu dominieren. Für jeden Pol lassen sich viele Argumente finden. An einem Tag fühlen wir uns so, an einem anderen komplett gegensätzlich. Jeweils einer der Teile kommt an die Macht. Die Explosion ist kurz vor dem Höhepunkt. Es fehlt nicht mehr viel, dann zerstört der innere Kampf uns. Die innere Welt spiegelt sich im Außen. Oft finden wir einen Scherbenhaufen vor. Unser Leben mündet in einem unüberwindbar erscheinenden Kampf.

Der innere Kampf ist nicht durch die Dominanz eines Teiles zu besiegen. Er kann nur durch die Integration ungeliebter Teile aufgelöst werden und in einem höheren Selbst münden. Menschliche Evolution findet satt.

Jeder kennt dieses Gefühl der Anziehung, oder Abstoßung durch die Qualitäten, Handlungen und Eigenschaften anderer. Die Wahrheit ist, dass dies alles nur ein Spiegel für unsere eigenen Qualitäten und Eigenschaften ist. Wir haben diese Teile unseres Selbst tief vergraben, wir haben sie abgestoßen, da uns eingetrichtert wurde, dass sie nicht in das normierte Gesellschaftsleben passen. Wut, Angst, Hass, Neid wurden nicht durch Anerkennung belohnt. Mut, Rebellion, Eigensinn, Sexualität wurden gedämpft – ja nicht auffallen, sondern brav mitlaufen. Diese Kräfte können aber nirgendwohin. Sie sind in uns, sie sind da, sie sind aktiv. Ein anderer Mensch, der diese Eigenschaften aufweist, resoniert nur mit uns, weil diese Teile in einem inneren Kampf begriffen sind.

In tiefer Meditation – über Tage hinweg, hat Atman seine Dämonen in sein Bewusstseinsfeld gebracht. Die nicht integrierten inneren Helden und Anti-Helden kämpfen um die Aufmerksamkeit des Verstandes. Als er den abstrakten Ausdruck Kali’s auf dieser Leinwand sah, war ihm klar, dass hier sein innerer Kampf stattfindet. Die in der Kindheit unterdrückten Eigenschaften brachte er daher in Form von Comic-Figuren auf diese Leinwand und nutzte dazu Formen, die schon vorhanden waren. Jede der Figuren, waren durch Kali’s abstrakten Ausdruck auf der Leinwand daher schon vordefiniert.

Auf der rechten Seite dieses Werkes finden wir die “Helden“, während auf der linken Seite die dunklen Schatten des Egos angreifen.

  • Im unteren rechten Teil ist die Kraft, der Mut, die Leidenschaft in Form eines Wesens abgebildet, der an Akuma angelehnt ist. Akuma, ein fiktiver Charakter aus dem Computerspiel Street Fighter, polarisiert durch seine Stärke, seine Würde, sein Mysterium und seine dunkle Ausstrahlung. Er kämpft. Er kennt nur den Kampf. Gekonnt, mit viel Passion und Kraft begegnet er jedem Gegner, der sich ihm in den Weg stellt.
  • Im unteren linken Teil ist sein Gegner. Ein fischartiges Seeungeheuer versucht sich an Akuma heranzuschleichen und ihn mit List, Kalkül, Zweifel, Neid, Hass und Wut auszutricksen. “Warum den geraden, ehrlichen Weg gehen, wenn wir doch alle anderen überlisten, ausnutzen und auf Kreuz legen können“? Darauf lässt sich Akuma natürlich nicht ein und begegnet dem Fiesling mit all seiner Energie, die er aus den Tiefen der Seele schöpft.
  • Während der untere Bildteil sich eher im niederen inneren Kampf der Triebe und damit des Körpers bewegt, liegt im oberen Bereich der mentale, geistige Kampf verborgen. Im oberen linken Eck lauert ein krötenartiges Monstrum, welches mit seiner klebrigen Zunge all die so anhaftenden Eigenschaften in uns sät, wie Zweifel, Angst, Sorgen, Reue, Minderwertigkeit.
  • Sein Antagonist ist im rechten oberen Bildbereich zu finden. Einem Mystiker gleichend, führt dieser noch nicht voll entwickelte Charakter das innere Schwert der Bewusstheit. Er befindet sich noch in der Integration, in der Formung. Sein oranger Körper ist noch eine halbe Wolke, sein Spiegelbild ist ein unförmiger Alien. So fremd erscheint die innere Welt der Bewusstheit für den nicht integrierten Menschen. Während der Mystiker dabei ist sein drittes Auge zu öffnen, schaut sein eigener Schatten noch platt in die Gegend.

Die Integration ist schon im vollen Gange. Ein unumkehrbarer Prozess. Schon bald wird die Bewusstheit die Formen zu einem großen Ganzen zusammensetzen und all die zunächst widersprüchlichen Aspekte zu einem ganzheitlichen Wesen vereinen…aber bis dahin tobt der innere Kampf.

  • Kombination aus Graffiti und Acrylmalerei auf Leinwand
  • Größe: 100 x 100 x 4,5 cm

 

Menü